Dein Glanz nahm mir die Worte. Autobiographie, Poeme, Das goldene Volk

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Erscheint im September 2019

Saul Tschernichowski

Band II ca. 320 Seiten

Autobiographie und Poeme. Das goldene Volk. Aus dem Hebräischen von Jörg Schulte.

Produktbeschreibung

Du willst wis­sen, was ich schrei­be, war­um ich nicht schrei­be usw.? […] Ich schrei­be, weil ich lebe, weil ich in die­sem Moment das Lied des Lebens füh­le. Und wenn Du eines mei­ner Lie­der fin­dest, das an einem bestimm­ten Ort und zu einer bestimm­ten Stun­de geschrie­ben und unter­zeich­net ist – so wis­se: Zu jener Stun­de und an jenem Ort habe ich das Lied des Lebens gespürt. Das Leben selbst ist, in jener Form, in der es sich täg­lich vor uns mani­fes­tiert, bis zum Ersti­cken voll von Schmutz und Makel. Aber der Kern des Lebens, sein Wesen, das Geheim­nis des Lebens ist ein Lied, das Lied aller Lie­der, das erha­bens­te Lied, das es gibt und das es geben kann. Und es ist nicht ein­fach ein Lied, son­dern ein Sie­ges­lied. Ein Lied des Sie­ges der Mate­rie über Tohu und Bohu.“ [aus einem Brief an Joseph Klaus­ner]

Der zwei­te Band umfasst, neben der Auto­bio­gra­phie und den auto­bio­gra­phi­schen Poemen, Tscher­ni­chow­skis Spät­werk Das gol­de­ne Volk. Inspi­riert von Mau­rice Maeter­lincks La vie des abeil­les erzählt das Epos in über 2200 Hexa­me­tern den Aus­zug des Bie­nen­schwarms aus sei­nem Stock, ver­floch­ten mit Epi­so­den aus der Kind­heit des Dich­ters und dem Bau der ers­ten Kib­bu­zim. Alle­go­risch steht der Aus­zug für die Wan­de­rung des jüdi­schen Volks nach Paläs­ti­na; er ist der neue Grün­dungs­my­thos des hebräi­schen Volks.

Wie Isaak Babel Odes­sa und Bru­no Schulz Dro­ho­by­cz in die Kar­te der euro­päi­schen Lite­ra­tur ein­ge­tra­gen haben, zieht Tscher­ni­chow­ski ihre Gren­zen um die Step­pen Tau­ri­ens. Im Rhyth­mus der Hexa­me­ter zieht sich das Herz des Lesers zusam­men ob der Sehn­sucht nach einer mythi­schen Land­schaft, geschaf­fen aus der epi­schen Wei­te des Homer und dem hebräi­schen Mythos von einem Juden­tum der Step­pe, das anders war als jenes der Schtetl und des sün­di­gen Odes­sa.

 

Ika tzant­a­rot dedah­va… es gibt jene gol­de­nen Roh­re –
nichts, das der Schöp­fer geschaf­fen, erreicht ihren Zau­ber, in allem,
das er voll­bracht – sich zur Ehre, den Glanz sei­ner Welt zu ver­meh­ren.
Denn in die Stifts­hüt­te hieß er – so wie auf den Tisch mit dem Schau­brot
auch eine Fla­sche mit Man­na zu brin­gen. Die Fül­le der Welt ist
nichts als der Schau­bro­te Tisch, der in all sei­nem Glan­ze vor ihm steht,
rand­voll mit Fla­schen von Man­na – bezau­bern­den, gol­de­nen Fla­schen.
Zarʿaʾ deda­ha­vaʾ ʾikaʾ… es gibt einen gol­de­nen Samen,
in sei­nem Schoß sind die Wun­der des Lebens, der Ewig­keit Fun­ken,
Rät­sel des Lebens ver­bor­gen, das rie­si­ge Rät­sel der Rät­sel.
Einst, da er wirk­te auf Erden, an Tagen der mäch­ti­gen Schöp­fung,
gab er die Wei­sung, all das, was im Scho­ße der Erde ver­hüllt war –
Schät­ze des Seins, das im reins­ten Frag­ment des Geheim­nis­ses däm­mert.

aus dem Epos Ama deda­ha­va (Das Gol­de­ne Volk)

Zusätzliche Informationen

Autor

Tschernichowski, Saul

ISBN

978-3-942955-70-6

Erscheinungsjahr

2019

Seiten

320

Übersetzer

Schulte, Jörg

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