Dein Glanz nahm mir die Worte (Band I‑III)

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Erscheint im September 2019

Saul Tschernichowski

Band I-III

Aus dem Hebräischen von Jörg Schulte mit einem Vorwort von Aminadav Dykman und unter Mitarbeit von Gundula Schiffer.

Produktbeschreibung

Saul Tscher­ni­chow­ski gehör­te in den 1890-er Jah­ren zu einem klei­nen Kreis Odes­si­ter Hebrais­ten, der die Renais­sance erschaf­fen hat. 1875 im Dorf Michajl­ov­ka im Gou­ver­ne­ment Tau­ri­en gebo­ren, wuchs er mit dem Rus­si­schen, Ukrai­ni­schen und Jid­di­schen auf und lern­te früh Hebrä­isch. Von 1899 bis 1906 stu­dier­te er Medi­zin in Hei­del­berg und Lau­sanne und leb­te von 1922 bis 1932 nahe­zu unbe­merkt in Fich­ten­grund (nörd­lich von Ber­lin), wäh­rend er in allen Tei­len der hebräi­schen Welt als natio­na­ler Dich­ter emp­fan­gen wur­de. Erst 1932 gelang ihm als Kin­der­arzt die Emi­gra­ti­on nach Eretz Isra­el, wo er bis zu sei­nem Tod 1943 unter dem Ein­druck der euro­päi­schen Ereig­nis­se sein Spät­werk ver­fass­te.

Mit Tscher­ni­chow­ski war die hebräi­sche Lite­ra­tur auf einen Schlag eine euro­päi­sche Lite­ra­tur, und dies nicht des­halb, weil er mehr euro­päi­sche Metren und Gen­res in die hebräi­sche Lyrik ein­führ­te als jeder ande­re Dich­ter. Sei­ne Lyrik war euro­päi­sche Lyrik in dem Sin­ne, in dem das Hebräi­sche schon immer ein Teil der euro­päi­schen Kul­tur gewe­sen war. Tscher­ni­chow­ski über­setz­te Homer, Horaz, Moliè­re, Shake­speare und Goe­the aus dem Ori­gi­nal. Aus die­ser Erfah­rung schuf er in der Lite­ra­tur, was sein Jugend­freund Joseph Klau­ser (der Onkel des Roman­ciers Amos Oz) als Lebens­mot­to erwählt hat­te – einen „hebräi­schen Huma­nis­mus“. Die Edi­ti­on ist das Ergeb­nis eines mehr­jäh­ri­gen For­schungs­pro­jekts an der Hebräi­schen Uni­ver­si­tät und am Uni­ver­si­ty Col­le­ge Lon­don. Die Über­set­zun­gen fol­gen den Metren des Ori­gi­nals.

Der ers­te Band umfasst die Sonett­krän­ze An die­se Son­ne und Auf das Blut, die Krim-Sonet­te sowie die sie­ben Idyl­len, die Tscher­ni­chow­ski frü­hen Ruhm ver­lie­hen.

Der zwei­te Band umfasst, neben der Auto­bio­gra­phie und den auto­bio­gra­phi­schen Poemen, Tscher­ni­chow­skis Spät­werk Das gol­de­ne Volk. Inspi­riert von Mau­rice Maeter­lincks La vie des abeil­les erzählt das Epos in über 2200 Hexa­me­tern den Aus­zug des Bie­nen­schwarms aus sei­nem Stock, ver­floch­ten mit Epi­so­den aus der Kind­heit des Dich­ters und dem Bau der ers­ten Kib­bu­zim. Alle­go­risch steht der Aus­zug für die Wan­de­rung des jüdi­schen Volks nach Paläs­ti­na; er ist der neue Grün­dungs­my­thos des hebräi­schen Volks.

Der drit­te Band ent­hält Kom­men­ta­re und zahl­rei­che Über­set­zungs­hin­wei­se.

 

Zusätzliche Informationen

Autor

Tschernichowski, Saul

Erscheinungsjahr

2019

Übersetzer

Schulte, Jörg

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