Vorschau: Das dichterische Werk I

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Erscheint Frühjahr 2019

Saul Tschernichowsky

Band I ca. 340 Seiten

Sonette, Idyllen, Gedichte. Aus dem Hebräischen von Jörg Schulte mit einem Vorwort von Aminadav Dykman.

Produktbeschreibung

Saul Tscher­ni­chow­sky gehör­te in den 1890-er Jah­ren zu einem klei­nen Kreis Odes­si­ter Hebrais­ten, der die Renais­sance erschaf­fen hat. 1875 im Dorf Michajl­ov­ka im Gou­ver­ne­ment Tau­ri­en gebo­ren, wuchs er mit dem Rus­si­schen, Ukrai­ni­schen und Jid­di­schen auf und lern­te früh Hebrä­isch. Von 1899 bis 1906 stu­dier­te er Medi­zin in Hei­del­berg und Lau­sanne und leb­te von 1922 bis 1932 nahe­zu unbe­merkt in Fich­ten­grund (nörd­lich von Ber­lin), wäh­rend er in allen Tei­len der hebräi­schen Welt als natio­na­ler Dich­ter emp­fan­gen wur­de. Erst 1932 gelang ihm als Kin­der­arzt die Emi­gra­ti­on nach Eretz Isra­el, wo er bis zu sei­nem Tod 1943 unter dem Ein­druck der euro­päi­schen Ereig­nis­se sein Spät­werk ver­fass­te.

Mit Tscher­ni­chow­sky war die hebräi­sche Lite­ra­tur auf einen Schlag eine euro­päi­sche Lite­ra­tur, und dies nicht des­halb, weil er mehr euro­päi­sche Metren und Gen­res in die hebräi­sche Lyrik ein­führ­te als jeder ande­re Dich­ter. Sei­ne Lyrik war euro­päi­sche Lyrik in dem Sin­ne, in dem das Hebräi­sche schon immer ein Teil der euro­päi­schen Kul­tur gewe­sen war. Tscher­ni­chow­sky über­setz­te Homer, Horaz, Moliè­re, Shake­speare und Goe­the aus dem Ori­gi­nal. Aus die­ser Erfah­rung schuf er in der Lite­ra­tur, was sein Jugend­freund Joseph Klau­ser (der Onkel des Roman­ciers Amos Oz) als Lebens­mot­to erwählt hat­te – einen „hebräi­schen Huma­nis­mus“. Die Edi­ti­on ist das Ergeb­nis eines mehr­jäh­ri­gen For­schungs­pro­jekts an der Hebräi­schen Uni­ver­si­tät und am Uni­ver­si­ty Col­le­ge Lon­don. Die Über­set­zun­gen fol­gen den Metren des Ori­gi­nals.

Der ers­te Band umfasst die Sonett­krän­ze An die­se Son­ne und Auf das Blut, die Krim-Sonet­te sowie die sie­ben Idyl­len, die Tscher­ni­chow­sky frü­hen Ruhm ver­lie­hen.

 

Astar­te, sprich! Wer trug dich nur zu uns ins Tal?
Phö­ni­zi­er­hän­de aus der Mee­res­fes­te Sidon,
durch Wel­len aus Achat, durch Wel­len aus Chal­ce­don?
Und lau­er­ten des Nachts am Berg die Fürs­ten Dans?

Kamst du in Bün­deln auf Kamel­hö­ckern Dedans
und stieb der Sand wie Gold, wenn die Kame­le schwank­ten,
mit Kara­wa­n­en­gut aus Sche­ba und dem Klang von
Gra­nat­äp­feln und Schmuck, und hohem Speer vor­an?

Wie wun­der­sam du bist! Mit Augen wie Sma­rag­den
und ganz aus Elfen­bein, so hal­ten dei­ne Glie­der.
Nur wer dich mir geschenkt – wird mein Geheim­nis sein!

Ein Fei­gen­korb für dich – ich nahm und wog das Mehl,
ein Log Oli­ven­öl – – – zu dir hab’ ich gefleht:
„Den rei­nen Jun­gen bring, oh bring ihn schnell zu mir!“

Odes­sa 1919

Zusätzliche Informationen

Autor

Tschernichowskin, Saul

ISBN

978-3-942955-69-0

Erscheinungsjahr

2019

Seiten

340

Übersetzer

Schulte, Jörg

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