Beschreibung
Probe:
Schreibst schon lang an einem Gedicht,
das fähig wär, noch einzufangen,
was sich gegenseitig berührte,
so lautlos und blau,
wie in der Tiefe am Fuß des Berges.
Doch derweil stellst du fest,
dass es keine Synonyme gibt für das,
was geschieht,
und jede Metapher gleicht abgeplatztem Lack.
Was du hörst, reizt dich zum Husten.
Und du notierst dir ein paar Takte.
Es reicht hinter das Sein, ähnlich einer Infusion.
Es saugt sich fast sofort fest.
Plötzlich dringt eine Oboe durch die Wand der Kontrabässe,
als berührtest du das Unberührbare.
Und nirgends Worte – – –
Blind und fern
für das, was sprießt, was erstickt,
ziemlich für alles.
Die Dichterin und Musikerin Klára Goldstein, geboren 1988 in Valašské Meziříčí in der Mährischen Walachei, absolvierte ein Musikstudium und promoviert zur Zeit an der Hochschule der Künste in Kroměříž. Sie veröffentlichte bislang fünf Lyrikbände, die große Aufmerksamkeit erhielten und mit mehreren Preisen gewürdigt wurden. Bekannt ist sie auch für ihre Essays und Kritiken.
Musik erklingt in der zarten Neigung von Seele zu Seele, durchzieht geschichtliche Umbrüche, zeugt von Weite, die sich hinter jedem Gefühl, jeder Bewegung, jeder Berührung und jedem Duft öffnet. Es geht nicht nur um die Sinne, sondern auch um die Seele. Schon im Augenblick ihrer Entstehung übersteigt sie bei weitem den menschlichen Verstand, breitet sich frei aus und wird zum Zeichen der Ewigkeit. (Tereza Šustková)



